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Wir schreiben Sonntag, den 17. September und wir sind nun gut 30 Tage auf See, doppelt so lang wie bei meiner letztjährigen Altantiküberquerung. Momentan sind wir gut 100 Seemeilen vor Brasilien unterwegs nach Uruguay. Nach sehr harten Tagen, sprich fast einer Woche bei einem Winkel von 45° ist jeder an Bord erleichtert, dass wir endlich den erwarteten Winddreher hatten und den Spinnaker hissen konnten.

 

7 Tage bei 45° – ein wahrer Ausdauer-Test

 

Bei 45° wird das einfachste schwierig. Gerne gebe ich euch ein paar Beispiele, damit ihr Euch in die Situation einfühlen könnt. Beispielsweise wird die Essenzubereitung zum Sporttraining. Ohne ständige Körperspannung schlicht nicht möglich. Trotz aller Anstrengungen endeten zahlreiche Spesen auf Boden oder an Wänden. Oder ein einfacher Besuch auf der Toilette endet in unangenehmen Überraschungen, die Böden sind rutschig und die Toilettenschüsseln schwappen über. Und reinigen bei 45° macht gar keinen Spass.

Hinzu kommt, dass durch das ständige Spritzwasser an Deck alles feucht und salzig ist. Ebenfalls ist schlafen bei 45° wenig erholsam. Das Boot kämpft sich den Weg entgegen Wind und Wellen mit unglaublichem Krachen und Lärm vom Schoten und Winschen, während man sich in der Koje festhalten muss. Anschliessend kommt die Sache, die mir am meisten Mühe macht, nämlich nach wenig und schlechtem Schlaf bei 45° hin und her geworfen zu werden. Man muss sich bei rotem Licht feuchte Kleider anziehen, um die nächste Nachtschicht zu absolvieren. Glücklicherweise bin ich über die ersten Tage Seekrankheit hinweg und ist man einmal an Deck, geht’s einem wieder gut.

 

Diese und weiter Umstände machen das Zusammenleben im Team nicht einfacher, wenn Menschen an ihre Grenzen stossen, dann verändern sie ihr Verhalten, sind beispielsweise ungeduldig oder gereizt, was wiederum zu Spannungen im Team führt. Nach der ersten Woche kann ich aber beruhigt sagen, unser Team funktioniert und wir sind bereit für weitere Herausforderungen.

 

 

Team Greenings gewinnt den ersten Ocean Sprint

Wir haben den ersten Ocean Sprint für uns entscheiden können, was wir der harten Arbeit der letzten Tage verdanken – das Leiden hat sich gelohnt. Das 300 Seemeilen lange Rennen vom 5. bis 10. südlichen Grad konnten wir 15 Minuten vor Seattle und weitere 8 Minuten vor Team Garmin abschliessen. Bei einem Rennen über etwas mehr als 30 Stunden eine sehr knappe Angelegenheit.

Just f***ing do it

Zurück zum schön Wetter segeln. Nach der Freude des Spinnakers und 17 Knoten Bootspeed mussten wir den heute Mittag bereits wieder bergen, um einen Schaden zu reparieren. Dies bedeutete später Lunch, einen All-Hands-Call, um das Problem schnellstmöglich zu lösen. Das Team Motto JFDI (Just f***ing do it) scheint gelebt zu werden, ohne mit der Wimper zu zucken hatten wir unseren Code 2 nach einer Stunde wieder fliegen.

Jetzt versuch ich ein paar Stunden Schlaf zu kriegen, in 5 Stunden steht bereits wieder die Nachtschicht an und die bringt 2 mal 4 Stunden Nachtsegeln. Schade, dass meine Kamera die atemberaubenden Sternennächte nicht gut festhalten kann…

 

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