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Es ist der 10. März und stark neblig. Die Sicht im südenglischen Gosport beträg keine 50 Meter und Nebelhörner alle paar Sekunden sorgen für eine gespenstische Kulisse. Die Boote des Clipper Race Training Centers bleiben an diesem Tag alle samt in der Marina – zu gefährlich wäre es, wenn sich die nicht eingespielten und teils sehr unerfahrenen Crews in die engen und stark befahrenen Gewässer zwischen Portsmouth und Southampton wagen würden.

Aber im Grunde kommt das dem Verlauf des Trainings sehr gelegen, so können wir uns in den ersten 2 Tagen im sicheren Hafen in aller Ruhe und Gründlichkeit den Vorbereitungen und dem Kennenlernen der Boote widmen. Die ersten beiden von insgesamt 4 Trainings finden auf der älteren Generation der Clipper Boote statt, nämlich den Clipper 68. Unsere CV6 (Clipper Ventures 6) lernen wir in- und auswendig kennen und man vermittelt uns das Wichtigste über Motor, Gasinstallationen, Toiletten, Kombüse, Segel Ausrüstung und vieles mehr. Zudem werden wir in diverse Abläufe an Board eingeführt und die Lebensrettung geschult.

Am dritten Tag war das Wetter dann endlich bereit für uns. In typisch englischem Wetter machten wir uns auf den Weg in den Kanal „Solent“ und verbrachten Stunden damit, in leichtem Wind die ersten Segel Manöver einzuspielen, sprich Wende nach Wende nach Wende. Zwischenzeitlich sorgte Bob für etwas Abwechslung. Bob, das ist unsere lebensgrosse Puppe, die hin und wieder von unseren Coaches Carol und Simon über Bord geworfen wurde, damit wir das Mann-Über-Bord (MOB) Manöver üben könnten – nicht ganz simpel bei einem Boot mit einem Freibord von über einem Meter. So wird bei den Clipper Booten mittels Rettungsschwimmer geborgen, der am Trapez über die Seite des Bootes herabgelassen wird, und den MOB birgt.

In der zweiten Trainingshälfte war das Wetter dann sichtlich besser und die Sonne schien regelmässig. Die Nächte verbrachten wir meist in einem Hafen in der Region. Die einzige Ausnahme stellte eine Nacht unter Anker dar, in mittlerweile klarem Himmel mit unzähligen Sternen und einem ordentlich vollen Mond. Die letzten 4 Tage des 7-tage Trainings konnten wir bei zunehmenden Wind von bis zu 20 Knoten weiter unsere Manöver üben. Segel hoch, Segel runter, Wende, Halse, MOB, Reffen, Reff raus und wieder von vorne. Der letzte Tag ging für die Reinigung der Yacht drauf, das heisst sämtliches Mobiles wurde auf Deck oder den Steg gehievt, gewaschen, sortiert oder getrocknet und für die nächste Trainings-Gruppe wieder zurück an den Ursprungsort gebracht. Diese Routine erwartet uns im Rennen in jedem Zielhafen, begleitet von diversen Wartungsarbeiten.

Die ersten 3 Trainings finden noch nicht mit der Crew statt, mit der es dann auf die grosse Reise geht. Wir waren 9 Segler, zwei davon Frauen, die vielleicht mit etwas Glück das Rennen (oder Teile davon) zusammen bestreiten werden. Im Training Center in Gosport bildet Clipper die gut 700 Segler aus, die das 17/18 Clipper Round the World Yacht Race in Angriff nehmen, und bietet so die bestmögliche Ausbildung, um den Strapazen in den Meeren dieser Erde gewappnet zu sein. Meine Trainings 2. und 3. finden ab dem 20. Mai statt.

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