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Heute sind wir den 14. Tag auf unserem Schiff, unterwegs von Liverpool nach Punta del Este, Uruguay. Bis jetzt segelten wir 3000 nautische Meilen und haben 36% der direkten Renn-Strecke hinter uns. Wir sind top motiviert und bereit, nach einem schockierenden Erlebnis wieder ins Geschehen einzugreifen. Wir haben uns ab Mitte August in Liverpool auf unser 11-monatiges Abenteuer vorbereitet. Das Boot und wir waren bereit. Wer gut vorbereitet sein will, muss hart arbeiten und so blieb es uns meist verwehrt, die wunderschöne Atmosphäre in Liverpool zu geniessen. Tausende Zuschauer haben uns dann am 20. August von den Albert Docks in Liverpool verabschiedet – was für ein Gefühl.

 

 

Schwerer Unfall an Bord mit Rettungseinsatz

 

Nach einer Woche auf See wurde unsere Reise dann aber durch eine schwere Handverletzung unseres Skippers David Hartshorn unterbrochen. Wir waren lang das letzte Boot, weil wir uns nach Westen in Richtung besseren Winden orientiert haben. Unsere Strategie war gewagt, machte sich aber bezahlt, denn nach einer Woche waren wir unter den schnellsten Booten. Dann um Mitternacht vom 27. August die Unglücksstunde. Weil ich keine Schicht hatte, habe ich den Unfall zwar nicht selber miterlebt, so oder so wäre dies nicht der Ort für detaillierte medizinische Berichterstattung.

 

Lasst es mich kurzfassen, David hatte sich beim Versuch eine ins Wasser geratene leine zu bergen schwer am Daumen verletzt. Als Konsequenz mussten wir David unverzüglich in ein Spital bringen. Ziemlich schwierig ausserhalb der Helikopterreichweite. Glücklicherweise waren wir aber nach nur 12 Stunden segeln Richtung Porto nah genug, damit die Portugiesische Marine David per Helikopter bergen konnte. Kurze Zeit später wurde er erfolgreich notoperiert. Laut letzten Infos ist keine weitere OP nötig und wir hoffen, David in Freemantle, Australien wieder auf dem Boot willkommen heissen zu dürfen. Ohne Skipper segelten wir weiter nach Porto, wo wir einen neuen Skipper empfangen durften.

 

 

Das Team ist auf der Überholspur

 

Nach kurzen Reparaturen der Schäden sind wir nun wieder unterwegs nach Uruguay. Die Rennleitung hat uns für diesen Zwischenfall mit einer ca. 15 Stündigen Zeitstrafe belegt, aber dank einer günstigen Windsituation holen wir mit grossen Schritten auf und sind virtuell bereits wieder voll im Rennen. Nebst diesem Zwischenfall geniessen wir eine absolut grossartige und interessante Zeit. Wir arbeiten hart, hätten gerne mehr Schlaf und die zunehmende Hitze macht uns zu Schaffen. Die Rennroutine wird zwischenzeitlich aber durch Begegnungen mit Walen oder Delfinen oder durch unglaubliche Naturkulissen unterbrochen.
Unser Team funktioniert sehr gut, unser Interimsskipper Dan Smith ist ein Experte seines Fachs und zudem ein super Typ, das macht uns Mut und gibt uns Power für die Aufholjagt, die noch vor uns liegt.

 

Es ist bemerkenswert wie unser Team durch den Unfall gewachsen ist und stärker zusammengefunden hat. Man könnte jetzt denken, das war nur eine Daumenverletzung, aber solch ein Zwischenfall im Nirgendwo, mitten in der Nacht schneidet doch mehr ein, als wenn das an Land passieren würde. Zudem wussten wir während Stunden nicht, wie es um David steht, wie es im Rennen weitergeht und was der Verlust unseres Skippers für das Team bedeutet – und all das bereits nach wenigen Tagen auf See. Einige dieser Fragen sind bereits beantwortet, über sämtlichen Rest update ich Euch gerne in den kommenden Blogs.

 

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