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Ich sitze grad am Pool, direkt neben dem Panama Kanal. Riesige Frachtschiffe fahren an mir vorbei, während sie die Abkürzung durch dieses Bauwunder nutzen. Am 2. Juni werden wir es ihnen gleich tun und von der Pazifikseite in die Karibische See fahren. Ursprünglich war unser Transfer am 29. Mai geplant und somit hat man uns in keinerlei Aktivitäten wie Sponsorensegeln oder Open Boat eingeplant. Weil wir aber unseren Slot zu verpassen drothen, hat man uns ganz nach hinten geschoen. Somit haben wir in Panama City sechs volle Tage und kein Programm. Dies ist die perfekte Gelegenheit, um die Batterien nach einem herausfordernden Rennen wieder aufzuladen.

Segeln ohne Wind

Im Gegensatz zur Pazifiküberquerung war dieses Rennen eher mental als seglerisch eine Herausforduerung. Wir begannen in guten Winden, doch nach ein paar wenigen Tagen liessen diese stark nach. Schnell hatten wir die Doldrums erreicht. Diese waren zu diesem Zeitpunkt nördlicher, als erwartet und so wurde das Rennen bereits an der zweiten von fünf möglichen Ziellinien beendet. Uns sollte das recht sein, denn wir haben diese 2. Linie als erste überquert. Sieg! 🙂

Windlotterie nach einem starken Rennen

Die meiste Zeit dieses Rennens waren wir Teil des Führungstrios mit Team Qingdao und Team Visit Seattle. Wir segelten ein solides Rennen, ohne nennenswerte Schäden oder Fehler. Gegen Ende des Rennens nahmen die Winde aber immer mehr ab und somit verkam das Finish zu einer Lotterie. Kurz vor Ende war praktisch die ganze Flotte zusammen innert weniger Meilen Distanz. Die Winde waren sehr unbeständig, so passierte es beispielsweise, dass ein Boot 8 Knoten schnell segelte, während die Konkurrenz eine Meile entfernt null Wind hatte. Unweit der Ziellinie waren wir dann ins Mittelfeld zurückgefallen, konnten aber die Konkurrenz auf unseren Systemen beobachten. Diese segelten Richtung Küstengewässer, weil der Forecast dort im Gegensatz zu weiter draussen Wind versprach.

Plötzlich ging der Führungsgruppe aber der Wind aus, während wir uns noch immer mit mehr Speed bewegten. Wir entschieden uns dann, entgegen dem Wetterbericht, zu Halsen und unser Glück weiter offshore zu versuchen. Dieser All-In Zug ging vollends auf. Wir hatten genug Wind, um es über die Ziellinie zu schaffen, bevor auch bei uns der Wind abstellte. Die Konkurrenz hatte zu diesem Zeitpunkt noch immer Flaute und so gewannen wir dieses Rennen mit über 30 Meilen Vorsprung.

Ausdauermotoren

Der Erste Sieg von Dare to Lead war leider einer, den wir nicht unmittelbar nach Rennende in einem Hafen feiern konnten. Im Gegenteil, wir hatten ca. 1000 Seemeilen unter Motor vor uns. Die ganze Flotte war sehr knapp an Diesel und so schleppten wir uns abwechselnd in Paaren ab, um Diesel zu sparen. Trotz dieser Massnahme mussten wir ausserplanmässig einen früheren Tankstopp in Costa Rica einlegen. Weil diese Marina aber kein offizieller Entry-Port Costa Ricas war, durften wir während 10 Stunden nicht vom Boot. Glücklicherweise hat uns in dieser Zeit die Crew der Superyacht Pacific mit kühlen Drinks versorgt.

Schlussendlich nach Freigabe durch den Zoll konnten wir 24 Stunden in Costa Rica verbringen. Essen, trinken und etwas im Hotelpool schwimmen. Das tönt alles sehr entspannend, aber über eine Woche unter Motor, ohne zu wissen, ob uns der Treibstoff ausgeht oder nicht, ist ziemlich uncool. Ebenfalls wollten wir einfach nur feiern, aber wir waren zum Warten verdammt. Als wir dann aber endlich in Panama City ankamen, feierten wir umso intensiver.

Wunderschönes Panama

Ach ja, Panama ist unglaublich schön! 🙂

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