Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on TumblrEmail this to someone

Soeben haben wir die Datumslinie überquert und haben noch zirka 2’500 Seemeilen bis nach Seattle. Bei uns ist der Alltag eingekehrt, quasi «Another day at the office». Wir sind etwas über 40 Grad nördlich, es ist kalt, die See rau und wir haben uns daran gewöhnt, dass Kondenswasser von der Decke tropft und die Kleider am besten am Körper trocknen. Die Frage, was wir hier eigentlich tun, ist omnipräsent – auch wenn es eine richtige Herausforderung ist, diesen Nordpazifik zu meistern, macht es ab und zu riesen Spass, die grossen Wellen mit über 20 Knoten Bootspeed zu surfen. Und ich kann den Nord Pazifik auf meiner «Liste» abhaken. Fragt nicht, warum der überhaupt dort draufsteht.

 

Rendezvous mit einem Wal

 

Ein paar Anekdoten aus den letzten Tagen. Eines frühen Morgens hatten wir wohl eine Streifkollision mit einem Wal. Der Gute wie auch wir hatten riesen Glück, er konnte zu unserer Backbordseite wegtauchen, wobei seine Schwanzflosse erst nicht sichtbar war, weil er schlicht zu Nahe war. Das Tier war zirka 6-8 Meter lang, eine Kollision hätte uns wohl ein Ruder gekostet und den Wal erheblich verletzt. Wir waren ähnlich geschockt, jedenfalls lässt das die grosse, braune Blase im Wasser hinter ihm vermuten.

 

Kollision mit Treibgut und technische Probleme

 

Ein paar Stunden später in der gleichen Schicht knallten wir in einen treibenden Baum, zirka 5m lang. Glücklicherweise haben unsere Ruder auch das überstanden, allerdingt führte der anschliessende detaillierte Steuerungscheck einen Schaden zu Tage, welcher in der Folge repariert werden musste. Da die Werft etwas weit weg war, konnten wir den Schaden zwar Stabilisieren, wir müssen aber alle paar Stunden ein Auge drauf werfen, denn die Steuerung könnte bei Verschlechterung der Situation blockieren. Nicht auszudenken, was das für Folgen haben könnte.

Die Tage zuvor hatten wir stundenlange Reparaturen a Mast zu tätigen, denn die Führungsschiene des Hauptsegels hatte sich gelöst. Unter Schräglage und viel Spritzwasser konnten wir den Schaden beheben, unser Hauptsegel ist fast wie neu.

 

Nicht genug Essen an Bord

 

All diese Probleme können wir Meistern, da wir als Team gut funktionieren. Schäden An Segel hatten wir bislang nur marginal und hoffen, dass das so bleibt. Allerdings merken wir, dass das kalte und lange Rennen seine Spuren hinterlässt. Speziell herausfordernd kommt hinzu, dass wir Essensmässig sehr knapp kalkuliert sind. Eher zu knapp und wir rationieren bereits seit Tagen. So kommen wir in einer körperlichen anstrengenden Zeit nicht auf genug Kalorien. Bis jetzt halten sich die Spannungen im Team versteckt, doch es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis das zu tiefe Energielevel zu Konflikten führt.

 

mehr_lesen

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on TumblrEmail this to someone